Wie viel kann man eigentlich planen, wenn am Ende doch etwas ganz anderes entsteht? Genau das konnten die Teilnehmer*innen der PSD Wien bei einem kreativen Siebdruck-Workshop im Künstlerhaus erleben.

Bevor es im Künstlerhaus bei dem Termin Atelier praktisch wurde, gab es in der Ausstellung COMMON STORY viel zu entdecken. Historische und aktuelle Plakate erzählten von den Ausstellungen und Programmen der Künstlerhaus Vereinigung seit ihrer Gründung im Jahr 1861. Gemeinsam wurden Gestaltung, Bildsprache und Botschaften betrachtet und Ideen gesammelt, die anschließend in die eigenen Arbeiten einfließen konnten. Im Atelier ging es dann darum, eine eigene Botschaft sichtbar zu machen. Manche Teilnehmer*innen hatten bereits im Vorfeld ein Motiv, einen Slogan oder eine Idee im Kopf, andere ließen sich erst vor Ort inspirieren. Man plant, überlegt, probiert aus – und dann kommt es doch oft anders als gedacht. Denn beim Siebdruck lässt sich das Ergebnis nicht zu hundert Prozent vorhersehen. Genau darin liegt ein besonderer Reiz der Technik. Die Farbe verhält sich manchmal anders als erwartet, Formen verändern sich, Farbschichten treffen aufeinander und aus einer ursprünglichen Idee entsteht etwas Neues. So entstanden wunderschöne Kunstwerke, überraschende Ergebnisse und viele kleine Wow-Momente.

Das kreative Arbeiten bot dabei nicht nur die Möglichkeit, ein eigenes Kunstwerk zu gestalten, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, für eine Weile aus dem Alltag herauszukommen, sich auf einen konkreten Prozess zu konzentrieren und etwas mit den eigenen Händen entstehen zu lassen. Beim Zeichnen, Planen, Drucken und Experimentieren stand der Moment im Mittelpunkt. Es ging nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern darum, etwas auszuprobieren und zu sehen, was daraus entsteht. Dieses spielerische Ausprobieren konnte Freude bereiten, Selbstvertrauen stärken und neue Perspektiven eröffnen. Auch das Erfolgserlebnis, am Ende ein selbst gestaltetes Plakat oder Textil in den Händen zu halten, machte die eigenen Ideen unmittelbar sichtbar und greifbar.

Eine besondere Rolle spielte die Zusammenarbeit. Siebdruck ist nämlich nicht nur eine kreative, sondern auch eine gemeinschaftliche Tätigkeit: Eine Person hält das Sieb, eine andere zieht die Farbe mit dem Rakel darüber. Man muss sich absprechen, aufeinander achten und gemeinsam arbeiten. Besonders schön war zu beobachten, wie Teilnehmer*innen, die bereits ihren ersten Druck gemacht hatten, anschließend zu helfenden Händen für andere wurden. Sie zeigten die einzelnen Schritte, gaben Tipps, machten Mut und halfen dabei, den eigenen Weg zu finden. So entstand eine Atmosphäre, in der nicht nur Kunstwerke, sondern auch Begegnungen entstanden.

Jede*r brachte eigene Ideen und Erfahrungen mit – und gleichzeitig unterstützten sich alle gegenseitig. Was am Anfang vielleicht nur eine Idee, eine Botschaft oder ein Motiv auf einem Blatt Papier war, wurde Schritt für Schritt zu einem eigenen Kunstwerk. Und vielleicht war genau das die schönste Erfahrung des Workshops: Nicht alles musste von Anfang an feststehen. Man durfte ausprobieren, Fehler machen, Neues entdecken und sich vom Ergebnis überraschen lassen.

Zwischen Farbe, Sieben, Rakeln und vielen helfenden Händen entstanden so nicht nur besondere Drucke, sondern auch zahlreiche Wow-Erlebnisse, gemeinsame Erfolgsmomente und eine richtig tolle Stimmung. Ein kreativer Tag, der gezeigt hat: Manchmal entsteht das Schönste genau dann, wenn nicht alles planbar ist.