Nach den erfolgreichen Onboarding-Terminen verließen wir Anfang August voller Tatendrang den Hafen unseres Projekts. Im Park zwischen dem Foto Arsenal und des HGM gab es bei einem gemeinsamen Frühstück ein fröhliches Wiedersehen.
In einem lockeren Rundgang durch die aktuelle Ausstellung „Photo I Brut . Feeling Photography” im Foto Arsenal bestaunten wir Werke, die allesamt von Autodidakt:innen stammen und fernab der etablierten Kunstwelt entstanden sind. Dort lernten wir in Vorbereitung auf den praktischen Teil des Workshops nicht nur unterschiedliche Collagen- Techniken kennen, sondern erhielten auch Einblicke in die vielfältigen Lebensgeschichten und Perspektiven der Künstler:innen, die teilweise als gesellschaftliche Außenseiter:innen gesehen wurden oder mit psychischen oder physischen Erkrankungen kämpften. Auch das Thema Krieg begegnete uns in der Ausstellung und regte einen intensiven Austausch über die mediale Darstellung historischer, wie auch aktueller gewaltsamer Konflikte an.
Im Vermittlungsraum des Foto Arsenals ging es dann über zum praktischen Teil des Workshops. Zunächst setzten wir uns weiter damit auseinander, wie man mit Bildern Botschaften vermitteln und durch Collagen ein Zeichen gegen Krieg setzen kann. Anschließend durften wir selbst aktiv werden. Inspiriert durch die künstlerischen Eindrücke aus der Ausstellung und den Austausch miteinander wühlten wir uns durch Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge auf der Suche nach passenden Fotos und Texten für unsere eigenen Collagen. Durch Reißen, Schneiden, Kleben, Nähen und Malen setzten wir diese dann zu unseren individuellen Anti-Kriegs-Collagen zusammen.
In unserer gemeinsamen Abschlussreflexion wurde deutlich, wie viele individuelle Geschichten sich mit diesem Medium erzählen lassen. Dabei blieb es nicht nur bei Zeichen gegen den Krieg an der Front – auch die Auswirkungen von Krieg auf die Zivilbevölkerung, strukturelle und geschlechterspezifische Gewalt, sowie der Krieg gegen sich selbst wurden künstlerisch aufgegriffen. Unsere Anti-Kriegs-Collagen werden seitdem gut aufbewahrt, denn sie sind der erste Teil unseres größeren künstlerischen Gesamtprojektes, an dem wir über den Sommer und Herbst noch weiter arbeiten werden.




