Bei zwei Kennenlern-Terminen im Heeresgeschichtlichen Museum ist es gelungen, mehrere Jugendliche des Arbeitskreis Noah für unser gemeinsames Projekt zu begeistern. 

Ziel dieser Termine war einerseits für die Teilnehmenden einen Zugang zum Museum und den Vermittler:innen zu schaffen und anderseits gegenseitige Einblicke in den Arbeitsalltag der beteiligten Einrichtungen zu gewinnen. Bereits der erste Termin stellte eine wertvolle Lernerfahrung dar, sodass wir darauf aufbauend für den zweiten Termin eine leichte Kursanpassung vornehmen konnten. Diese bestand unter anderem in einem gemütlichen Picknick im Park vor dem Museum um eine entspannte Atmosphäre beim Ankommen zu schaffen. Nicht zuletzt durch ein ausgiebiges Reflexionsgespräch zwischen den ersten beiden Einheiten eröffneten sich den Partnereinrichtungen neue Einblicke in die Welt der jeweils anderen.

Im Mittelpunkt beider Termine stand es erste Berührungspunkte mit dem Museum zu schaffen. Während des ersten Termins ging es in die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg. Dabei wählten die Jugendlichen das Auto von Sarajevo, in dem 1914 der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie erschossen wurden, sowie eine Belagerungshaubitze als Objekte aus, über die sie gern mehr erfahren würden. Für die Teilnehmer:innen des zweiten Termins ging es noch einen Schritt weiter zurück in die Vergangenheit, denn dieses Mal wurde die Ausstellung zu den Kriegen des 18. und 19. Jahrhunderts besucht.

Ein Highlight zu Beginn war die Betrachtung der Gemälde, die nahezu die gesamten Wände und die Kuppel der sogenannten Ruhmeshalle erfüllen, die noch aus der Entstehungszeit des Museums im 19. Jahrhundert stammen. Nachdem wir beim ersten Treffen die Stühle in der Mitte des Raumes nutzten, um von dort aus die Decke zu betrachten, wählten wir beim zweiten Termin eine ganz andere Herangehensweise. Anstatt im Stehen oder Sitzen nach oben zu schauen, legten wir uns alle gemeinsam auf den Boden der Bühne. Dieser neue Zugang war auch für die Vermittler:innen des Museums ein Experiment. Dadurch eröffneten sich für uns alle zusammen neue Perspektiven auf die zahlreichen Fresken von Herrschern und Kriegen. Diese dienten dann als Ausgangspunkt für eine Diskussion über unterschiedliche Möglichkeiten zur Darstellung von Krieg. Wessen Geschichte wird hier wie und zu welchem Zweck erzählt? Wer erhält eine Stimme, wer nicht? Um die abstrakten Darstellungen von Waffengewalt im physischen Raum der Gegenwart greifbar zu machen, hatten die Jugendlichen zudem die Möglichkeit eine alte Kanonenkugel oder Granatsplitter in die Hand zu nehmen und aus der Nähe zu betrachten. Mithilfe von Impulsen der Kollegin Anna des Foto Arsenals wurde das Gespräch in die Gegenwart geholt und eine spannende Diskussion zu Propaganda, Fake News und KI-Bildern entfacht.

Als zweiter Programmpunkt stand jeweils noch ein Besuch des Ateliers Holz des HGM auf dem Plan. Dort gab uns die Holzrestauratorin Victoria Michlmayr in ihrer sonst für die Öffentlichkeit geschlossenen Werkstatt exklusive Einblicke in ihre Arbeit. Im Zuge dessen durften wir sogar selbst einiges am Holz ausprobieren, was einen kleinen Vorgeschmack auf die Zusammenarbeit mit ihr im weiteren Verlauf des Projekts bot.

Rückblickend betrachtet stellten die ersten beiden Termine einen wichtigen Schritt für den weiteren Erfolg des Projektes dar. Wir haben gemeinsam gelernt, wo unsere jeweiligen Möglichkeiten aber auch Grenzen liegen und wie wir besser auf unsere gegenseitigen Bedürfnisse eingehen können. Nun sind wir bereits eifrig dabei den weiteren Projektverlauf zu planen und freuen uns bereits sehr auf die praktische Umsetzung im Sommer und Herbst!