Im Rahmen des Kulturtransferprojekts entstand eine besondere Begegnung: Junge Erwachsene mit vielfältigen kulturellen Hintergründen vom Verein UKI trafen am Dienstag, dem 3. Juni, auf die erfahrene Theaterpädagogin Monika Haberfellner. In Kooperation mit dem Burgtheater begleitete sie die Gruppe über drei intensive Workshoptage und eröffnete neue Zugänge zur Welt der darstellenden Kunst. Gemeinsam wurde nach Held:innen gesucht – sie wurden inszeniert, reflektiert und auch hinterfragt.


Tag 1: Bühne im Klassenzimmer

Zum Auftakt lud die Gruppe Monika Haberfellner in ihr eigenes Umfeld ein. Der Klassenraum verwandelte sich in eine Bühne, auf der die Teilnehmer:innen mit Körper, Stimme und Ausdruck arbeiteten. Persönliche und historische Held:innen wurden lebendig: Ein Habsburger Familienfoto wurde nachgestellt, Leyla schlüpfte in die Rolle von Sisi, Mustafa wurde zu Franzl. Dabei entstanden sowohl humorvolle als auch nachdenkliche Szenen – begleitet von der Frage: „Und wie ging es dem Volk eigentlich?“

In einer weiteren Übung präsentierten die Teilnehmenden ihre ganz persönlichen Vorbilder: von einer somalischen Sängerin über einen persischen Gelehrten bis hin zu einem afghanischen Cricketspieler und einer deutsch-türkischen Sängerin. Der erste Tag endete mit vielen neuen Eindrücken und einem erweiterten Blick auf das Thema „Held:in“.


© Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur


© Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur


© Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur


© Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur


© Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

Tag 2: Auf der Bühne des Burgtheaters

Am zweiten Tag führte der Weg direkt ins Burgtheater. Noch vor dem Eintreten war das Interesse groß: Fragen zur Architektur, zur Geschichte und zu den Statuen auf dem Dach wurden gestellt. Eine kurze Führung gab erste Einblicke. Höhepunkt war der Besuch der Hauptbühne – ein eindrucksvoller Ort, der sonst dem Ensemble vorbehalten ist. Auch ein Blick hinter die Kulissen, etwa in die Arbeit der Bühnentechnik, wurde ermöglicht.

Im anschließenden Workshop auf der Probebühne Lusterboden des Burgtheaters ging es weiter mit Körperarbeit und szenischem Spiel. Die Jugendlichen experimentierten mit Standbildern und präsentierten eigene Held:innengeschichten – darunter auch eine musikalische Überraschung: Ein Schüler sang ein somalisches Lied. Der Tag endete mit einem Ausflug in die biografische Theaterarbeit, bei dem die Teilnehmer:innen eigene Texte zum Thema „Wer ist der Held / die Heldin in meinem Leben?“ verfassten.

Tag 3: Ein lebendiges Mosaik aus Perspektiven und Geschichten

Am dritten Tag hatte sich die Gruppe bereits gut eingespielt. Gemeinsam wurde über alltägliche Situationen mit „Held:innenpotenzial“ gesprochen: Feuerwehrfrauen im Einsatz, Zivilcourage im Straßenverkehr, Ehrlichkeit im Sport oder Hilfe bei einem Unfall. Diese Szenen wurden in Standbildern dargestellt und in kurzen Sequenzen zum Leben erweckt.

Zum Abschluss setzte Monika Haberfellner die verschiedenen Elemente der vergangenen Tage zu einer gemeinsamen Präsentation zusammen. Historische, persönliche und alltägliche Held:innen trafen aufeinander – ein lebendiges Mosaik aus Perspektiven und Geschichten entstand. Außerdem wurden die persönlichen Held:innengeschichten anonymisiert vorgetragen. Im abschließenden Feedbackkreis dankten sich alle gegenseitig für die wertvollen Erfahrungen und verabschiedeten sich mit herzlichem Applaus.

Ein besonderer Dank gilt Monika Haberfellner und dem Burgtheater für die inspirierende Zusammenarbeit. Doch die Reise in die Welt der darstellenden Kunst ist noch nicht zu Ende – im Herbst steht ein weiterer Besuch im Burgtheater an, inklusive Führung und dem Besuch des Theaterstücks „Elisabeth“. Wir freuen uns schon jetzt!